Zertifizierter Sachverständiger vs. öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger

Mit "Sachverstand" bewerten oder auch "gut achten"; Begrifflichkeiten, die in Deutschland nicht geschützt sind.

Man unterscheidet hierzulande drei Gruppen von Sachverständigen bzw. Gutachtern:

  • öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständgen
  • zertifizierte Sachverständige sowie
  • freie und allgemein anerkannte Sachverständige

Jeder, der eine entsprechende Fachausbildung besitzt und über entsprechende Erfahrung verfügt, darf sich Sachverständiger nennen.

Der Begriff des öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen ist in Deutschland gesetzlich geschützt. Die dafür geltende Grundlage ist in der Handwerksordnung und auch in der Gewerbeordnung geregelt. Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige wird von einer Kammer bestellt, nachdem diese die Sachkunde und persönlichen Voraussetzungen geprüft hat.

Auf europäischer Ebene ist mit entsprechender Sachkunde und persönlicher Voraussetzung die Zertifizierung nach der DIN EN ISO/IEC 17024 möglich. Diese Voraussetzungen werden von einer Zertifizierungsstelle geprüft.

Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige sowie der zertifizierte Sachverständge haben beide somit ihre Fachkunde und Eignung unter Beweis gestellt.

Während es die öffentliche Bestellung und schon seit Jahrzehnten gibt, wurden die Voraussetzungen für die Zertifizierung erst in den letzten beiden Jahrzehnten geschaffen.

Im Markt werden immer mehr die zertifizierten Sachverständigen an Bedeutung gewinnen, da die öffentlich bestellten und vereidigiten Sachverständigen in dieser Form keine Entsprechung in andern EU-Ländern finden.

Übrigens: Lange Zeit war die Einsicht in die Kaufpreissammlung beim Gutachterausschuß den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen vorbehalten. Mittlerweile ist dieses Einsichtsrecht in sehr vielen Gutachterausschüssen auch auf die nach internationalen Normen zertifizierten Sachverständigen ausgeweitet worden.

Naja, werden Gutachten z. B. in Betreuungsfällen benötigt, ist bei vielen Rechtspflegern der zertizierte Sachverständige genau so gern gesehen, wir der öffentlich bestellte und vereidigte.

 

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